Ich weiß ja nich, ob Sie´s schon wußten – aber das Schrauben an Slotcars und Schleifen von
Reifen macht ja dermaßen Spaß, daß es eine wahre Freude ist, endlich wieder in den
Rennzirkus der Gruppe 245 Süd einzusteigen, der ja traditionell seinen ersten Spielort bei der
IG Slot-Connection in Wendelstein bei Nürnberg hat. Und wenn man dann begeistert
versucht, noch irgendwie einigermaßen annähernd an die im Training herausgezauberten
Fabelzeiten der Konkurrenten heranzukommen, dann springt einem das Vergnügen förmlich
ins Herz und Gesicht. Nur so ist der Schnappschuß dieses Strahlens von mir bei der
„Lieblingsbeschäftigung“ des Slotracers zu erklären. – So oder ähnlich hätte wohl ein aus dem
TV bekannter Comedian (R. H.) diesen Bericht eingeleitet.

Wir schreiben nun das Jahr 2 der Geschichte in der neuen Zeitrechnung nach der GP-Tires-
Geburt in der Gruppe 245 Süd: „Und abermals war in der Stätte der Geburt der Gruppe 245
Süd ein neuer Teilnehmerrekord zu vermelden, der vom aufgehenden Stern dieser Rennserie
am Himmel der deutschen Slotracing-Szene kündete. 28 Jünger umfaßte die Schar der
Getreuen und Neuen, die sich einfanden, dem Kreisverkehr mit kleinen Rennautos zu
huldigen. Das alte Testament der PU-Reifen gehört nun seit einem Jahr dem alten Glauben an
und das Gedränge in den und um die Top 10 ist seitdem enger denn je.“

Gruppe 245 - 1. Lauf 2010

Gruppe 245 - 1. Lauf 2010

Und die frohe Botschaft des neuen GP-Tire-Evangeliums wurde noch kurz vor der
Rennveranstaltung auf dem Forum des Scaleracings verkündet: Hurraa, die Bestzeiten der
Hausherren sind jetzt genauso schnell wie zu den besten Zeiten der PU-Reifen!!! Da
verhagelte es dem einen oder anderen Teilnehmer wohl direkt gleich die Vorfreude auf das
erste Rennwochende nach der halbjährigen, entbehrungsreichen Pause von der Rennserie.

Am Freitagabend war beim freien Training gleich volles Haus und da sollte sich dann zeigen,
ob die Gerüchte um die verkündeten Fabelzeiten Bestand haben würden. Und siehe da, ganz
so heiß wird der Kaffee dann doch nicht getrunken, wie er gekocht wird, was sagen will, daß
man mit den Zeiten nun doch ein Stück von der magischen 9-Sekunden-Schwelle entfernt
war, die man mit PU-Reifen früher schon unterboten hatte. Doch einige der Hausherren waren
am Abend gar nicht anwesend und so blieb es bis zum nächsten morgen spannend, ob unter ihnen nicht doch noch der eine oder andere ein Stück schneller sein konnte. Wie so üblich,
kursierte beim Training das Wehklagen mehrere Akteure: „Ich hab keinen Grip, meiner geht
überhaupt nicht, …“. Und dann gab es unheilvolle Verkündigungen: „Der Grip der Strecke
nimmt ab“. Die alten Hasen der Szene wissen jedoch längst, daß vieles dabei nur Schein und
verwirrendes Ketten Rasseln ist, das aber zum gegenseitigen Aufheizen gehört. Die Wahrheit
zeigt sich dann im Rennen oft von einer anderen Seite und nicht immer versprechen Top-
Zeiten im Training dann auch gute Resultate im Wettbewerb.

Wegen des großen Starterfeldes wurde die Fahrzeugabnahme deutlich früher ausgerufen. Die
Rennkommissare hatten etwa 2 Stunden lang alle Hände voll zu tun, um die 84 Fahrzeuge zu
untersuchen. Der Andrang war groß und die Akteure verfolgten gespannt, ob ihre Sportgeräte
den Regeln gegenüber konform aufgebaut waren. Erstmals werden dabei auch die Karosserien
überprüft, ob sie mangels Grundgewicht (bei GfK-Karossen oder ausgeschliffenen Hauben)
eventuell ein Ausgleichsgewicht bekommen mußten, wie es auch im Westen üblich ist. Der
Dank für ihre Mühe gilt den Kommissaren Reiner Bergheimer und Arnim Luckmann.
Verstärkt wird das Abnahmeteam ab diesem Lauf um einen festen Reifentest-Kommissar, für
den sich dankenswerterweise Chris Rademacher bereit erklärt hat. Chris leistete gleich einen
prima Job, den er zuverlässig und unbestechlich erledigte.

Dank der reibungslosen Organisation und der perfekten Zusammenarbeit konnte der
Startschuß zum ersten Lauf diesmal pünktlich um 13:00 Uhr fallen. Die Teilnehmer hatten
zwischendurch noch Zeit, sich das leckere Mittagessen der Familie Lange einzuverleiben. Es
gab Rinderrouladen mit Klößen, genial wie einst bei Mama zuhause. Und spätestens danach
war der leichte Kater nach einer kurzen, dafür aber flüssigen Nacht vergessen. In einigen
Fahrerlagern gingen die Lichter den Korresponden zufolge erst zwischen 3 und 4 Uhr früh
aus. „Die Letzten werden die Ersten sein“, lautet jedoch ein Spruch, der zumindest auf einige
Fahrer zutreffen sollte, wie wir später noch werden lesen können.

Einen Teilnehmerrekord mit 28 Startern konnte nicht nur die Gruppe 245 Süd feiern. Auch
die IG Slot-Connection brachte mit 9 Club-Mitgliedern so viele Fahrer wie wohl noch nie an den Start. Mit ganzen fünf Neulingen (Jürgen Mainka, Roland Preuß, Wolfgang Sattler, Udo
Dobberke und Frank Röckelein) waren es auf jeden Fall deutlich mehr als in den vergangenen
Jahren. Man kann daher bei der IG völlig zu Recht mit einer glänzenden Renaissance der
Gruppe 245 Aktivitäten sprechen. Die Neulinge der IG füllten natürlich die erste Startgruppe,
da die Startgruppen beim ersten Lauf der Saison nach dem Gesamtstand der letzten Saison je
Fahrzeugklasse gebildet werden. Ergänzt wurden die Wendelsteiner Novizen durch einen
Neuen (Sven Eberhard) und einen wiedergekehrten Fahrer (Bernhard Niessl) vom Club SRC
Ebersberg, der in dieser Saison auch wieder einen Lauf in der Serie austragen wird.

Der Parc Fermé war am heutigen Tag gut gefüllt. Viel mehr Teilnehmer dürften in
Wendelstein nicht mehr in der Gruppe 245 dazukommen, sonst müßte die IG Slot-Connection
an ihrem Parc-Fermé anbauen.

Auf der sechsspurigen Rennstrecke in Wendelstein wurden die 28 Teilnehmer in 4
Startgruppen je 7 Fahrer aufgeteilt. Los ging es mit der Fahrzeuggruppe „4“. Von den
Wendelsteiner Neulingen sollte nur Frank Röckelein in einer späteren Gruppe starten, da er
wegen eines anderen Termins um Aufschub gebeten hatte. Leider kam er dennoch zu spät zu
seinem Start, so daß er aus der Wertung der Gruppe 4 fiel. Im ersten Lauf kam der ebenfalls
Wendelsteiner Stephan Lange zum Einsatz, so daß wir in diesem Lauf ein reines Club-Duell
von 5 Wendelsteinern gegen 2 Ebersberger hatten. Interessant war nun zu beobachten, wie
sich die Neulinge machen würden und schon nach wenigen Runden war einem klar, daß hier
auch bereits Routine, Abgeklärtheit und Können versammelt waren. Fast ohne Ausnahme war
das Niveau sehr hoch bis respektabel. Eine Dreiergruppe setzte sich deutlich vorne ab und
lieferte schließlich Ergebnisse ab, mit denen sie im Vorjahr die Plätze 1 und 4 hätten belegen
können. Aber der Vergleich mit dem Vorjahr mag etwas hinken, da sich seit dem letzten Jahr
die Bahnverhältnisse offensichtlich verändert hatten. Wie auch manche Berichte bestätigten,
ist das Gripniveau auf der Wendelsteiner Bahn inzwischen höher, was den GP-Tires zugute kommt. Vorne lagen somit zunächst Jürgen Mainka mit 108,82 Runden vor Sven Eberhard
mit 108,14 Runden und Roland Preuß mit 107,45 Runden. Die anderen mußten schon etwas
abreißen lassen, wobei Wolfgang Sattler mit 105,15 Runden auch noch ein sehr achtbares
Resultat zuwege brachte. Doch was das alles wert sein sollte, würden ja bekanntlich erst die
nächsten Läufe zeigen.

Drei der vier Startgruppen der Gruppe 4, oben der D-Lauf, d.h. die Startgruppe 4, in der Mitte
der B-Lauf und unten der A-Lauf, jeweils die ersten 6 Startplätze der 7er-Gruppen mit 1 bis 6
von rechts nach links.

Im C-Lauf war der Rückkehrer vom Schliersee nach einem Jahr Pause, Ralf Grünig am Start,
der natürlich wieder an seine Spitzenplätze früherer Tage anknüpfen wollte. Mit ihm startete
der aufblühende Bamberger Christopher Stark, der sich in der letzten Saison in den Gruppen 2
und 5 bereits weit nach vorne fahren konnte. Dazu durfte man von Hans Brehm von der Slot-
Connection etwas erwarten, der in Sachen Fahrzeugabstimmung Schützenhilfe vom Top-
Piloten Arnim Luckmann bekommen hatte. Und die drei bestätigten auch die Erwartungen.
Hans konnte sich mit einer Runde Vorsprung vor seinem Club-Kollegen Thomas Lange
behaupten, dem wiederum Sebastian Pachner und Gottfried Koll innerhalb von nur einer
Runde folgten. Im Leistungsniveau lagen Hans und Thomas auf Augenhöhe mit dem
Spitzentrio des D-Laufs, Thomas knapp dahinter und Hans mit seinen 108,17 Runden
zwischen Jürgen Mainka und Sven Eberhard. Vorne aber ging die Post ab, aber so richtig.
Ralf und Christopher beherrschten den Lauf und legten noch weitere 3 Runden drauf. Mit
111,19 Runden blieb Ralf mit nur 5 Teilstrichen Sieger vor Christopher. Diese Leistungen
waren beeindruckend und legten die Meßlatte für die letzten beiden Läufe sehr hoch.

Der B-Lauf war an Ausgeglichenheit kaum zu überbieten. Nur zwei Piloten fielen etwas
zurück und die anderen 5 jagten innerhalb einer Runde über alle sechs bzw. 7 Turns
miteinander herum, wobei wegen der unterschiedlich schnellen Spuren kaum auszumachen
war, wer nun eigentlich letztlich die Nase vorn haben würde. In der Reihenfolge der
Startplätze waren unter diesen 5 Nils Krietenstein, Thomas Müller, Martin Schmeußer, Peter
Kalsow und Thomas Rönz. Die Top-Ergebnisse von Ralf und Christopher sollten außer
Gefahr sein, aber der bis dahin Drittplatzierte Jürgen mußte bangen, denn auf sein Ergebnis
hatte sich die Fünfermeute eingeschossen. Der Letzte der 5 war schließlich Martin mit 108,43
Runden, also eine knappe halbe Runde hinter Jürgen. Vor Martin schob sich mit nur 4
Teilstrichen Thomas Müller, also auch noch hinter Jürgen. Aber dann: Peter blieb mit 7 Teilstrichen vor Jürgen und Thomas Rönz und Nils übersprangen gar die 109 Runden. Es war
ein Wimpernschlag, der den Ausschlag zugunsten von Nils gab. Mit 109,19 rettete er sich vor
Thomas und seinen 109,18 Runden.

Im A-Lauf kristallisierte sich schnell wieder das Highlander-Prinzip heraus: Es kann nur
einen geben. Getreu diesem Motto beherrschte Reiner Bergheimer seinen Lauf und die
Kollegen. An ihn und seinen Ferrari 512 BB war kein Herankommen und so packte er auf die
Bestmarke von Ralf und dessen Chevrolet Corvette noch gleich mal eine gute Runde drauf.
Dahinter gab es ein packendes Gefecht zwischen Michael Föller, Arnim Luckmann und
Stefan Schmeußer. Am Schluß blieben die drei innerhalb einer Drittel Runde beieinander,
übertrafen die 109 Runden, wobei Arnim eine Punktlandung auf die 109,18er Marke von
Thomas Rönz hinlegte und damit eben nur um einen Teilstrich an Nils scheiterte. Stefan und
Michael machten es etwas besser und blieben in dieser Reihenfolge mit 109,56 und 109,35
stehen, was die Plätze 4 und 5 bedeutete. Die Reihenfolge der Fahrzeuge las sich danach fast
wie die Liste der verschiedenen Typen, die es überhaupt in dieser Gruppe gibt, nämlich so:
1. Ferrari 512 BB; 2. Chevrolet Corvette; 3. Lamborghini Jota; 4. Porsche 934; 5. BMW M1;
6. Lamborghini Countach. Erst ab Platz 7 wiederholten sich die verschiedenen Typen. Doch
die Nachkontrolle sollte diese schöne Reihe jäh zerreißen. Stefan war mit grenzwertigem
Reifendurchmesser ins Rennen gestartet und das Würfellos der Nachkontrolle traf
ausgerechnet ihn. Nun war der Reifen natürlich zu klein und damit wurde dem Serienchef
eine Strafe von einer Runde Abzug aufgebrummt. Auch das hohe Amt schützt nicht vor dieser
Maßnahme, Recht bleibt Recht und ist in der Gruppe 245 Süd eben für alle gleich. Durch den
Rundenabzug rutschte Stefan um 6 Plätze nach hinten auf Platz 10 und die sechs hinter ihm
von Michael bis Jürgen jeweils um einen Platz nach oben.

Sensationell war der Aufstieg von Ralf Grünig und Christopher Stark vom C-Lauf hoch auf´s
Podest der Gruppe 4 mit ihren Plätzen 2 und 3, die sie im nächsten Lauf in Pöring dann auch
in den A-Lauf der Besten zusammen mit Reiner Bergheimer und Michael Föller versetzen.
Und damit ging es auch schon weiter zur Gruppe 2.

Im D-Lauf der Gruppe 2 gab es wieder das Aufeinandertreffen von Wendelstein und
Ebersberg. Während sich das Feld in der Gruppe 4 dabei noch weit auseinandergezogen hatte,
blieben die Kontrahenten diesmal dicht wie auf einer Perlschnur aufgereiht zusammen. Es
schien fast, als ob der Bahngrip nun tatsächlich langsam nachlassen würde und man sah teils
wilde Drifts der Gruppe-2-Boliden. Langsam nur teilte sich das Feld auf, indem sich vorne
Frank Röckelein absetzen konnte, der mit einem der gewohnt schnellen Leihfahrzeuge von
Reiner Bergheimer ausgerüstet war. Die nächsten fünf blieben dicht beieinander und
schließlich erreichten drei Fahrer 101 und zwei 100 Runden. Diese beiden trennten nur 7
Teilstriche zugunsten von Bernhard Niessl gegenüber Roland Preuß. Zwischen den drei
Fahrern mit 101 Runden lag eine halbe Runde. Sven Eberhard aus Ebersberg hielt von ihnen
die Nase vor den beiden Wendelsteinern Udo Dobberke und Jürgen Mainka vorn. Frank legte
die Latte jedoch auf 102,88 Runden hoch. Das war für drei Fahrer des C-Laufs zuviel. Ganz
knapp scheiterte daran Peter Kalsow mit 102,59 Runden. Aber vier Fahrer zogen noch ein
Stück weiter davon. Thomas Lange, der wie er selbst sagt, die Gruppe 2 nicht mag, weil sie
ihm zu giftig ist, hatte mal wieder Mühe, den Leihwagen von Stefan Schmeußer im Zaum zu
halten, und driftete wie schon so oft in dieser Fahrzeugklasse wild herum, als wäre er auf
einem Rodeo-Ritt. Der eine oder andere unkontrollierte Ausrutscher gesellte sich da wie von
selbst hinzu. Offenbar erlaubt sein Reglerfabrikat keine sensiblere Einstellung, die seinem
Fahrstil voller Temperament und Energie in dieser Klasse entgegen kommen würde. So
mußte er sich mit 104,36 Runden im direkten In-Fight Uwe Krug mit dessen 105,10 Runden
geschlagen geben. Noch eine Klasse höher fuhr jedoch abermals Ralf Grünig, diesmal
begleitet von einem anderen starken Bamberger, da Christopher Stark erst im B-Lauf dran
war, nämlich Sebastian Pachner. Wie sein Bamberger Kollege Chris Rademacher hatte auch
er einen neuen BMW 3,0 CSL aus GfK an den Start gebracht, mit denen sie kräftig zum
Angriff auf die bislang unbezwingbaren GfK-Alfa-Suds blasen wollten. Ralf setzte auf ein
ebenfalls neues Gefährt, das aber in dieser Klasse eher exotisch und unbekannt erschien. Er
hatte einen Renault R8 Gordini sehr schön verbreitert und sanft tiefer gelegt, so daß dieser
kleine Flitzer nun sehr schön in das Bild der Gruppe 2 paßt. Ralf setzte sich damit noch mal
um mehr als eine Runde von Uwe ab und kam auf 106,44 Runden. Sebastian war aber mit
seinen 107,68 nicht zu halten. Wieder war bereits im C-Lauf mit diesen Ergebnissen eine
hohe Hürde für die folgenden Läufe aufgebaut worden. Auch hier hätte man mit diesen
Resultaten im Vorjahr noch die Plätze 1 und 3 belegen können.

Im B-Lauf startete noch ein neuer GfK-BMW 3,0 CSL von Nils Krietenstein, der ihn so frisch
produziert hatte, daß er fast das ganze freie Training noch damit beschäftigt war, den Wagen
für das Rennen fertig zu bekommen. War es ihm wohl am wichtigsten, den Rollout überhaupt
zustande zu bringen, so mußte die Performance zwangsläufig etwas zurückstehen. Immerhin
hatte Nils in der Gruppe 4 mit Platz 5 schon ein prima Resultat eingefahren, so daß es jetzt
nicht so sehr schmerzte, in dieser Gruppe nicht mithalten zu können. Chris Rademacher, Hans
Brehm, Martin Schmeußer und Thomas Müller umkämpften das Vorderfeld der Gruppe und
mußten Christopher Stark davonziehen lassen. Die vier lagen am Ende in einer Runde, Chris
blieb als deren schnellster nur 4 Teilstriche hinter Ralf zurück. Hans folgte Chris mit einer
knappen halben Runde Abstand und drehte den Spieß gegenüber Martin aus der Gruppe 4 um,
indem er ihn mit nur 2 Teilstrichen auf Distanz hielt. Der starke Christopher schob sich aber
genau zwischen Ralf und Sebastian, der somit das Feld immer noch anführte.

Der A-Lauf zeigte ungefähr das gewohnte Bild wie in den letzten Jahren schon. Das
Triumvirat der beiden Alfa-Sud-Piloten Reiner Bergheimer und Arnim Luckmann und
Michael Föller mit seinem BMW 635 Csi ließen die Muskeln spielen und demonstrierten ihre
Stärke. Zielsicher und ungefährdet fuhren sie an Sebastian vorbei und überließen es ihren
Laufkollegen, sich weiter hinten im Feld einzureihen. So kam der vierte des Laufs, Peter
Vornehm, mit seinen 106,24 Runden schließlich nur auf Platz 8 hinter zwei C-Lauf- und zwei
B-Lauf-Fahrern an. Vor dem Fünften des A-Laufs lagen zwei weitere Fahrer aus dem B-Lauf.

Nachdem die A-Startgruppe in der Gruppe 2 nun also erfolgreich durch die aufstrebenden
Konkurrenten perforiert worden war, blieb nur noch zu sehen, wie es in der Gruppe 5 laufen
würde. Die Leistungsdichte ist gerade in dieser Gruppe im Mittelfeld bis weit nach vorne
besonders groß, so daß es für Neueinsteiger hier besonders schwer ist, sich nach vorne zu
fahren. Das war dann auch das Los der D-Lauf-Fahrer, aber nicht aller. Der zweite des D-
Laufs, Roland Preuß, erzielte mit 106,57 Runden sicher ein gutes Runden-Resultat und
behauptete sich damit mit Rundenabstand vor Thomas Lange und Bernhard Niessl. Wenn die
Masse der Konkurrenten aber einfach noch einen Tick besser ist, dann reicht es halt leider
doch nicht weiter nach vorne. Einer aus dem D-Lauf hatte nun aber seine Sternstunde: Sven
Eberhard deklassierte seine Mitstreiter förmlich und legte sensationelle 109,80 Runden hin.
Ein Vergleich mit der Gruppe 4, die meist auf ähnlichem Rundenniveau unterwegs ist, zeigte,
daß er mit dieser Laufleistung in der Gruppe 4 auf Platz 4 vorgefahren wäre.

Zahlenmäßig dominiert wurde die Gruppe 5 wieder vom Ferrari 365 GT4/BB, von dem 8
Exemplare am Start waren. Dann folgten 6 Toyota Celica Turbo und 5 Toyota 2000 GT. Bis
zum Platz 13 konnte man im Schlußklassement auch tatsächlich 7 Ferraris zählen, so daß in
der vorderen Hälfte jeder zweite Platz von einem Ferrari belegt wurde. Im C-Lauf war nur ein
Ferrari im Rennen und das war der von Ralf Grünig. Zwar zog er all seinen Laufkonkurrenten
davon, aber mit 109,24 Runden konnte er die Marke von Sven nicht knacken. Der war sein
Rennen gefahren mit einem – dreimal dürft ihr raten – richtig, Ferrari! So führten nun zwei
Ferraris das Feld mit 109 Runden an. Jürgen Mainka folgte im C-Lauf mit 108,27 vor Uwe
Krug mit 108,16 Runden. Der Vorletzte des C-Laufs, Thomas Rönz, blieb gerade noch mit 2
Teilstrichen vor seinem Club-Kameraden Roland Preuß, der zweiter im D-Lauf geworden
war. Der B-Lauf war halb voll mit Ferraris und zwei davon mischten auch ganz vorne mit
hinein. Den dritten Ferrari der Gruppe steuerte Peter Kalsow hauchknapp an der Marke von
Ralf Grünig vorbei, nämlich mit 109,17 Runden 7 Teilstriche dahinter. Die Ferraristi vorne
hießen Thomas Müller und Hans Brehm, die mit 109,85 und 110,34 Runden die einstweilige
Ferrari-Spitze erklommen. Daß hier auch noch andere Fahrzeugtypen etwas mitzureden
hatten, zeigte dann aber Sebastian Pachner, der mit seinem „Exoten“ Nissan Bluebird Turbo
die vordere Ferrari-Kette sprengte, indem er sich mit 109,88 Runden um 3 Teilstriche vor
Thomas schob. Stefan Schmeußer und Chris Rademacher behaupteten sich als Nicht-
Ferraristi immerhin mit 109,61 und 109,24 Runden vor den Ferraris von Ralf und Peter.

Aber im A-Lauf warteten ja noch zwei weitere Ferraris von den beiden ehrgeizigen
Spitzenreitern der letzten Saison, Reiner Bergheimer und Arnim Luckman, die auch diesmal
sicher nicht zum Nasebohren angereist waren. Die beiden unterscheidet eine diametral
entgegengesetzte Rennstrategie. Während Reiner betont kontrolliert und cool fast gemütlich
in das Rennen startet, legt Arnim oft wie ein Feuersturm los, der wild driftend allen noch
übrig gebliebenen Staub auf der Strecke aufwirbelt und unter seine Räder nimmt. Daß sein
Gefährt zum Schluß eines Rennens immer noch halbwegs Bodenhaftung hält, gibt dem
aufmerksamen Beobachter jedesmal Rätsel auf. Der Haftverlust seines Boliden sollte Arnim
aber diesmal jedoch genügend Boden kosten, um ihn schließlich mit 109, 82 Runden an Stelle
4 der Ferrari-Phalanx hinter Thomas Müller einzureihen. In der Ferrari-Promenade fehlten
ihm genau 3 Teilstriche auf Thomas, 2 Teilstriche rettete er jedoch vor Sven. Reiner, der
lässig vor sich hin fuhr, hatte alles im Griff und erklomm wieder die Ferrari-Spitze mit
eineinhalb Runden vor Hans. Martin Schmeußer auf Toyota Celica Turbo scheiterte wieder an
Hans, diesmal nur mit einem einzigen Teilstrich. Reiner hatte seinen Dauerrivalen Michael
Föller stets unter Kontrolle, der als Toyota-2000-Pilot den zweiten Ferrari von Hans hinter
sich lassen konnte. Doch den als siebten Starter der Gruppe später losgefahrenen Christopher
Stark auf einer Toyota Celica Turbo hatte Reiner wohl anfangs nicht auf dem Schirm. Als er
dann nach seiner Wechselpause endlich laufgleich mit Christopher war, mußte er feststellen,
daß Christopher ja deutlich vor ihm lag. Nun begann eine Aufholjagd, bei der Christophers
Vorsprung langsam dahinschmolz. Im letzten Lauf war es Anfangs noch eine drittel Runde,
doch dann wurde es immer weniger. Ein Fehler von Christopher und es war dahin.
Christopher fuhr etwas ungestüm, die Nervosität war deutlich zu spüren, aber er machte keine
gravierenden Fehler. Und so rettete er 5 Teilstriche ins Ziel und siegte mit 111,87 Runden,
sein erster Sieg in der Gruppe 245 Süd – herzlichen Glückwunsch dem Ferrari-Bezwinger,
fast so wie Siegfried einst gegen den Italienischen Drachen. So ging der Tag spannend und
mit neuen Helden zuende, die die Serie braucht und bereichert. Der nächste Lauf ist das
Abschiedsrennen der alten Räume in Pöring, auf das wir uns alle wieder sehr freuen.

Vielen Dank für die Bilder wie bewährt wieder an Nils und bis zum nächstenmal.
Stefan

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