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Die IGO Otterndorf lud vom 4. bis 6. Juli 2014 zum ersten digitalen Carrera 24-Stundenrennen ein. Sechs Teams á sechs Mann reisten aus ganz Deutschland an. Darunter zwei Heimteams und die Titelverteidiger Fanta 6 in geänderter Besetzung. Axel Woltmann, die treibende Kraft hinter der IGO organisierte kostenlose Unterkünfte, überarbeitete das Reglement zusammen mit Co-Mod Martin Münzer und sah sich mangels Platz in den Clubräumen um eine Verpflegungsstation um. Die Wahl fiel auf einen alten Zirkuswagen mit Küche und Speisesaal, eine wirklich ausgezeichnete Idee.

Seriennahe Carrera Digital Technik

Gefahren wurde an der Elbmündung mit Carrera Mercedes-Benz SLS AMG GT3 Modellen in den jeweiligen Teamfarben. Der Heckmagnet musste entfernt, die Reifen durften verklebt und geschliffen werden. Eine kleine Schraube sicherte das Leitkielschwert und die Vorderräder durften versiegelt werden. Zusätzlich war es den Teams freigestellt, die ausgegebenen Motoren in einem bereitgestellten Öl einlaufen zu lassen.
Wie erwartet kamen am Freitag nur wenige Fahrer zum Training. Lediglich die Kruftis aus der Eifel waren komplett anwesend um sich auf das Rennen vorzubereiten. Es zeichnete sich die erwartete Überlegenheit der Otterndorfer Fahrer ab. Sie fahren regelmäßig auf der anspruchsvollen Strecke, seit diesem Jahr mit den Carrera SLS und hatten demnach einen entsprechenden Vorteil. Auch mussten sich viele der anderen Teilnehmer erst an das Boxengassenfahren gewöhnen. Trotz ausgezeichneter Einweisung durch die Truppe von der IGO, neben Axel war auch Tobias Brokelmann stets bereit Tipps zu geben, hatten die auswärtigen Fahrer auch nach einigem Üben im Rennstress doch gelegentlich Schwierigkeit den passenden Tankplatz zu treffen.

Carrera war durch Co-Mod Martin aus dem Carrera-Club vertreten. Spät am Freitagabend kam dann noch Sabine Emmersberger direkt aus Salzburg und brachte gute Laune mit. Abends wurde auch Pizza bestellt und selbstverständlich die Fußball WM im Schrauberraum verfolgt.

Action über zwei Geschosse

Die Clubbräume der IGO sind insofern etwas Besonderes als dass im Erdgeschoss die Schrauberplätze, das Getränkelager und das WC untergebracht sind. Über eine Freitreppe gelangt man in das Dachgeschoss wo die Rennbahn fast den ganzen Raum ausfüllt. Staus am Eingang zur Rennbahn waren deshalb normal. Bei sommerlichem Wetter blieb die Türe ständig offen, sonst wäre der Sauerstoff bei saunaähnlichen Temperaturen schnell aufgebraucht gewesen. Zeugnis der großen Hitze war ein etwa fünf Zentimeter hoher Hügel der sich durch Wärmeausdehnung der Bahnteile ergab. Die Wände im Bahnraum sind mit zahlreichen Carreraplakaten und einer Randstreifen-Uhr dekoriert. Daneben hängt Axels Sammlung von bedruckten Carreraschienen.

Zur Rennverwaltung nutzen die Otterndorfer Cockpit XP. Die Runden werden auf der Strecke und in der Boxengasse gezählt. Der kleine Knopf am Regler dient nur dazu die Weichen zu schalten. Getankt wird automatisch wenn der Wagen in der Boxengasse einen von vier Tankplätzen angefahren hat. Auch wenn das Modell zu einem Service von der Bahn genommen wird, läuft der Tankmodus weiter. Ein Tankvorgang dauerte etwa drei Minuten, oder ca. 12 Runden. Der Sprit reicht dann für etwa 25 Minuten Fahrzeit. Dies eröffnete das Spielchen um die beste Taktik. Kürzere Stints mit mehrmaligem Reifenabziehen am Fahrerplatz wurden ebenso wie lange Fahrzeiten mit ausführlichem Service in der im Erdgeschoß liegenden Box getestet. Sichere Erkenntnisse zum Königsweg gab es aber nicht. Klar war jedoch, dass ein Vorsprung von bis zu 12 Runden durch einen Boxenstopp verloren werden kann.

Der Renntag begann mit der Ausgabe der Ersatzteile. Im Wesentlichen zwei Motoren, acht Sätze Reifen, Leitkiele, Schleifer und der Magnet. Sofort legten die Techniker mit der Vorbereitung von Motoren und Reifen los. Zeitgleich konnte man im Zirkus-Café frühstücken. Der Service war perfekt, die Auswahl riesig und der Kaffee kam aus der Carrera-Maschine. Die zuletzt angereisten Fahrer hatten jetzt noch die Möglichkeit Streckenkilometer zu sammeln, auch wurde schon das ein oder andere Einsatzfahrzeug getestet. Gegen 10:30 Uhr startete dann die technische Abnahme mit anschließender Fahrerbesprechung. Der ganze Ablauf eines Boxenstopps wurde en Detail noch einmal durchgegangen, mögliche Fehler samt Folgen besprochen.

Qualifying und Rennstart zum digitalen 24h Rennen

Anschließend wurde das 20 minütige Qualifying gestartet. Bei einer Spannung von 19 Volt holte der amtierende Carrera Weltmeister Manuel Radlinger für Fanta 6 die Pole-Position. Pünktlich um 12:00 Uhr am Samstag wurde gestartet und Zug um Zug setzten sich die Heimteams ab. Dahinter kämpften die Kruftis und Fanta 6 um Anschluss, es folgten die Ruhrpottler und die Schwaben. Technische Probleme blieben nicht aus. Bei den North Coast Slottern funktionierte das Tanken nicht sofort exakt. Sie bekamen deshalb eine entsprechende Rundengutschrift. Die ein oder andere Lötstelle und einige Steckverbindungen hielten den Belastungen nicht stand und so hatten die Mechaniker auch gut zu tun. Keines der Teams kam um einen ungeplanten Boxenstopp herum.

Beschädigte Teile wurden sofort durch den Rennleiter ersetzt und so gab es zu keiner Zeit einen Material-Engpass. Der wäre dann beinahe bei den Getränken aufgetreten. Aufgrund des hohen Flüssigkeitsverlustes, tankten alle Beteiligten kräftig nach und der Getränkelaster musste Nachschub liefern.

Die Wende

Mit Einbruch der Dunkelheit wurde um 23:00 Uhr das Licht ausgeschaltet. Gleichzeitig legte sich die steigende Luftfeuchtigkeit auf die Bahn und als Folge stieg der Grip enorm an. Die sich verändernden Bedingungen führten jetzt zu einer anderen Ideallinie. Statt der Innenspur nutzten die Fahrer nun zunehmend die Außenspur. Bei diesen Verhältnissen lief plötzlich der SLS der Fanta 6 wesentlich besser und so konnten sich die Raser bei Dunkelheit an die Spitze kämpfen.

Fanta 6 hatte von vornherein auf die Taktik gesetzt auf Zwischenstopps zu verzichten und während des Tankstopps Motor und Hinterreifen zu wechseln. Die Reifen hatte Udo Hüttlinger dann jeweils in perfektem Zustand gebracht und die thermisch hoch belastenden Motoren konnten abkühlen. Alle anderen Teams hatten deutlich mehr Stopps, teilweise mehr als doppelt so viele.

Als um 5:00 Uhr früh am Sonntag wieder das Licht anging starteten die North Coast Slotter und die Slotfire Racer zum Endspurt. Sie konnten den Rückstand auf die Führenden tatsächlich verringern aber nicht in dem Maße wie es bei Normalbetrieb zum Erfolg führen könnte. Doch Plötzlich gingen die Zeiten aller Teams dramatisch nach unten. Ursache waren die Motoren deren Collector und Lager sich scheinbar zugesetzt hatten. Die North Coast Slotter realisierten das am Schnellsten, spülten ihren Motor und bliesen zum Angriff. Das blieb den anderen Teams nicht verborgen und so spülten jetzt alle erneut die Motoren. Die Rundenzeiten der Teams glichen sich danach wieder näher an.

Rennunterbrechungen

Kurzzeitige Unterbrechungen gab es um einen überhitzten Fet, der die Leistung der CU erhöht und um beschädigte Weichen auszutauschen. Die Abnutzung an den Leitkielen war wohl die Ursache für den Weichenschaden Das Problem war vorher bekannt, aber es gab für solch eine Belastung noch keinerlei Erfahrungswerte wann es kritisch werden könnte. Für die oft genutzte Weiche auf der längsten Vollgasstrecke war es dann Sonntag früh zuviel. Ansonsten lief die Technik problemlos. Die Nordlichter waren auf alle Fälle vorbereitet und hatten die Lösung in kürzester Zeit parat. Gratulation an die hervorragende Vorbereitung.

Am Ende siegte Fanta 6 zum dritten Mal in Folge, gefolgt von den beiden Heimteams North Coast Slotter und Slotfire Racing. Dahinter die Krufties, Ruhrpott Racing und die Schwaben. Die Sieger legten 5091 Runden zurück, was einer Strecke von 224 Kilometern entspricht.

Siegerehrung

Als am Sonntag die Zielflagge fiel, war es wieder richtig heiß im Bahnraum und dann wurde es auch noch richtig laut. Beifall kam auf, es war geschafft. Das erste digitale Langstreckenrennen über 24 Stunden ist Geschichte. Es ging ein letztes Mal in den Zirkuswagen zum Essen und Austausch mit anderen Gleichgesinnten. Sabine und Martin bereiteten unterdessen die Siegerehrung vor. Carrera stiftete wieder wunderbare Preise. Für Platz sechs gab es das Carrera Mouse Pad, für Platz 5 den Carrera Dauerkalender. Die Viertplatzierten, die noch den Anschluss zu den Top drei hatten, es fehlten nur 22 Runden auf das Podium, erhielten den Carrera-Rucksack. Für Platz drei überreichte Sabine neben der Urkunde einen Audi R8 LMS Phoenix Racing Racetaxi (der rote Bulle), für Platz 2 den R8 LMS Team Phoenix Winner 12h Bathurst 2012 (das Känguru). Die Sieger erhielten zum R8 LMS Team Phoenix 12h Bathurst 2012 (die Spinne) eine Timex Expedition. Vielen herzlichen Dank an das Hause Stadlbauer und an die ganze Gemeinschaft der Slotter IGO Otterndorf. Wir hatten ein wunderschönes Wochenende mit Gleichgesinnten, fairen Rennen, gutem Essen, Spiel, Spannung und Spaß.

Was sonst noch aufgefallen ist

Die Otterndorfer hatten einen herrlichen Konkurrenzkampf der A-Ware gegen die B-Ware. Das Essen wurde von Peter Stengel und Gattin sowie Hermann Hamcke, einem Kampfsportexperten kredenzt. Dementsprechend gesittet ging es zur Sache. Hermann holte sich von einigen der anwesenden Cracks Autogramme auf einem Carrera Zollstock. Die Ausgabe 2014 des Carrera 24 Stundenrennens wurde ohne Amazonen gefahren. Otterndorf ist ein malerisches Städtchen und immer eine Reise wert. Die örtliche Tankstelle hat gute Preise. Gut vorbereitete Boxenstopps. An einem Modell arbeiteten gleichzeitig bis zu 3 Mann. Niemand schlief unter der Bahn. Axels Eltern empfingen die Teilnehmer bei sich Zuhause.

Video vom 24 Stunden Carrera Digital Rennen 2014

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